Henry

Das ist Henry. Einer von 2 bis 3 Millionen Streunerkatzen in Deutschland. Henry lebt draußen auf der Straße. Er verkriecht sich auf alten Höfen, kämpft jeden Tag ums Überleben und um sein Revier. Henry ist auf der Straße zur Welt gekommen, weil seine Mutter nicht kastriert war. Henry steht symbolisch für all die vielen Streunerkatzen, die uns unterkommen…

Er kämpfte um sein Revier, weil auch er nicht kastriert war. Henry war sehr krank – seine Zähne hingen nur noch lose im Maul, seine Krallen waren abgerissen und/oder steckten halb in der Haut, die Wunden waren entzündet und er total krank – er hatte einen schlimmen Infekt.
Henry war gerade einmal 5 oder 6 Jahre alt sein als wir ihn einfingen. Ein Tier im besten Alter. Aber Henry war dreckig von oben bis unten – er putzte sich nicht mehr. Er war voller Parasiten und es juckte ihn überall. Seine Ohren waren entzündet und schmerzten.

Henry lief in unsere Falle. Einer von vielen streunenden, unkastrierten Katzen in der Gegend. Er hatte unglaubliche Panik und war aggressiv. Die Tierarzthelfer*innen hatten Angst vor ihm. Aber in seinen Augen kämpfte er doch nur ums Überleben?
Bei der Narkose während der Kastration fiel auf, dass er sehr krank war und eine intensivere Behandlung benötigte. Henry kam dann auf eine Notfallpflegestelle, wo er voller Angst sich nicht vom Fleck rührte, in seiner Höhle hockte und auf seine nächste Behandlung wartete.
Ohne diese Behandlung hätte Henry womöglich nicht mehr lange gelebt. Er hatte große Schmerzen und konnte kaum noch essen.

Henry hat es geschafft, zu überleben. Wir haben ihn ein paar Tage festgesetzt, in denen er Medikamente bekommen hat und sich von der OP erholen konnte. Danach haben wir ihn wieder – mit einer sicheren Futterversorgung – rausgesetzt. Denn ein Leben in Gefangenschaft kommt für Henry nicht in Frage. Er kennt es nicht, er hat Angst bei Menschen und versteht nicht, warum er eingesperrt ist. Ihn einzuschläfern, obwohl er so ein Kämpfer ist und so einen starken Überlebenswillen hat, wäre falsch gewesen. Wir haben ihn so fit gemacht wie wir konnten und es ihm ermöglicht, noch ein längeres Leben draußen zu führen. Und das ohne Schmerzen. Er konnte danach wieder essen und ohne Schmerzen laufen. Jetzt kann man nur noch hoffen, dass er ein schönes restliches Streunerleben hat. Aber wir wissen natürlich, dass es für die Katzen auf der Straße nicht leicht ist…